Heitern scheitern!

Shownotes

Eine Folge für alle, die schon einmal falsch abgebogen sind – also für uns alle. Sie macht Mut, den inneren Richter gelegentlich in Teilzeit zu schicken, sich selbst fairer zu begegnen und aus Fehlern wirklich etwas mitzunehmen.

Denn Scheitern ist kein Beweis dafür, dass wir es nicht können. Manchmal ist es einfach der Beweis, dass wir uns getraut haben.

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00:00:06: Hier ist der Ralf von Philzukamelle Lebenskunst.

00:00:34: auf reinischer Art und der Jörg ist auch mit am Start natürlich.

00:00:40: Hallo, Jörgg!

00:00:41: Ich grüße

00:00:41: dich.

00:00:41: Hallo lieber Ralf.

00:00:43: Hallo liebe Hörerinnen und Hörers.

00:00:45: Der Altstadtwelle und natürlich auch von Vierzer Kameller.

00:00:49: Hallo schön, dass ihr da seid.

00:00:51: Ja und der Einstieg war ja jetzt relativ smooth und problemlos und das is eigentlich völlig falsch für das Thema was wir ... und heute vorgenommen haben.

00:01:04: Also eigentlich hätte man sagen müssen, hallo!

00:01:07: Wir begrüßen euch hier zum Flughafen-Konzert im Rahmen eines Opos D.

00:01:20: Ja... gespielt auf einer Rolls-Royce-Turbine

00:01:27: mit Hafenbegleitung Weil wir heute über Nicht-Gelingen reden wollen, über Scheitern.

00:01:37: Etwas das nicht funktioniert aber mit dem Präfix Heiter.

00:01:46: Also aus den Scheittern irgendwas rausziehen also daraus was lernen daraus noch irgendwas gewinnen oder es so sehen, dass man sagen kann okay da bin ich vor die Wand gelatscht aber jetzt weiß ich zumindest, dass ich beim nächsten mal einen anderen Weg nehme.

00:02:06: Ja ja und wer könnte das besser mit dem Halter scheitern als der Rheinländer?

00:02:14: Das ist ja mittlerweile dieses halter Scheitern.

00:02:16: das ist ja nicht nur ein lustige Aneinanderreihung zwei ähnlich klingler Wörter sondern dahinter steckt mittlerweile auch tatsächlich ein Konzept

00:02:24: Ja.

00:02:26: Und das stammt nicht von uns!

00:02:28: Ausnahmsweise stand es nicht von UNS, obwohl das natürlich bei dir reimtechnisch geradezu prädestiniert gewesen wäre, dass du das erfunden hättest.

00:02:40: Ja, schön wär's.

00:02:41: Nein, nein...

00:02:44: Also reden wir doch darüber, wenn etwas nicht gelingt und ich glaube, das haben wir alle schon mal im Leben erfahren?

00:02:53: dass irgendetwas vor die Wand fährt, dass irgend etwas komplett in die Hose geht.

00:03:00: Wie kann man denn jetzt wenn das so ist, das mit Heiterscheitern verbinden?

00:03:06: Du hast gesagt, lieber gesagt da gibt es ein Konzept.

00:03:09: Magst du uns das mal vorstellen was denn diejenigen, die sich das ausgedacht haben, sich da überlegt hat?

00:03:16: Ja wir leben ja in einer Zeit und einer Welt in der wir ständig von Selbstoptimierung Warenvorstellungen getrieben sind.

00:03:25: ja er schaffe die beste Version einer selbst.

00:03:28: Wir wollen in allem perfekt sein und wir sind es ja auch mittlerweile durch viele apps und fernbedienung gewohnt.

00:03:33: ein knopfdruck und zack funktionieren die dinge.

00:03:36: aber so ist die welt ja nicht.

00:03:37: so ist ja unser leben nicht, es gibt dinge die nehmen wir uns vor und die funktionieren oder gibts aber auch Dinge die funktioniert absolut gar nicht.

00:03:44: Ja Und das konzept des halter Schalterns kommt eigentlich daher kommt ursprünglich kommt aus dem improvisationstheaterbereich also dass man eben auch mit den vermeintlichen Abfällen in den Anführungszeichen etwas schönes Humorvolles macht und wieder eine neue Geschichte erzählt, improvisiert.

00:04:04: Eine neue Story hat so.

00:04:06: Und das hat mittlerweile aber auch die Psychologie und die Pädagogik erkannt, dass eben das Verpassen von Zielen nunmehr es gehört nicht ne Katastrophe ist, keine Katastrofe sondern... Das Konzept sieht vor verpassen von Zielen oder das der Anführungszeichen scheitern, eben mit Humor und mit Akzeptanz anzunehmen.

00:04:31: Ist durchaus hilfreich weil man ist ja in dem Fall gescheitert.

00:04:34: also akzeptanz Ja von dem was isst klingt sehr gesund weil wenn dass was ist wenn ich das nicht akzeptiere dann negiere Ich die realität und es kann man nicht wirklich empfehlen.

00:04:51: Ja, wobei ich persönlich ein kleines Problem mit dem Wort scheitern habe.

00:04:55: Das Wort Scheitern das klingt so endgültig und da halte ich es mit dem Erfinder der Glühbirne Edison, der mal gesagt ist ja ich hab nicht tausendmal bin ich Tausend Mal gescheitert?

00:05:07: Ich hab nun tausende Mal nicht das Richtige erfunden.

00:05:09: Also bei tausenden ersten Mal hat er dann plötzlich die Glühbeine gehabt.

00:05:12: Das heißt jeder Fehler war für ihn Antrieb, es wieder zu versuchen und zu gucken wie sein Produkt verbessern kann.

00:05:22: Und irgendwann hatte er das!

00:05:24: Ich glaube dieses Konzept des Halter-Scheiterns ist hier in Deutschland erst auch schon mal ein Brett aus der Labor weil wir haben ja so einen komischen Umgang mit Fehlern.

00:05:35: Fehler gehören ja irgendwie nicht dazu.

00:05:37: viele Unternehmen schreiben sich zwar ständig auf die Fahne, auf die Webseiten und ihre Leitbilder.

00:05:41: Wir haben eine Fehlerkultur.

00:05:43: Mitarbeiten erleben das häufig komplett anders.

00:05:48: Ja, und das ist weder halt da...

00:05:52: Es ist scheitern!

00:05:53: Es ist eher so ein Fehler an den Pranger stellen manchmal.

00:05:58: Und Fehler dann eben auch noch zu sanktionieren.

00:06:04: Wenn das was du gerade gesagt hast ist natürlich sehr wichtig.

00:06:09: Gerade wenn man sich auf neue Gebiete bewegt, dann ist das natürlich unbekanntes Terror und das bedeutet eben auch häufig dass man mal falsche abbiegt.

00:06:22: Dass man mal irgendwo immer in die Irre läuft, dass man einfach nicht die richtige Richtung hat, dass da Kompass ein bisschen schief eingestellt ist und dass man erstmal so ein bisschen ziellos umherirrt um dann mal zu gucken ok hier geht es nicht lang.

00:06:39: Was kann ich denn als nächstes austesten?

00:06:41: Also für mich, als Wissenschaftler muss ich sagen... Ich habe so viele Experimente gemacht die für die Tonne waren.

00:06:51: Während der Diplomarbeit während der Doktorarbeit kann ich nur sagen also Die allermeisten Experimnte waren Für die Tonnen die waren wirklich Müll.

00:07:01: aber das wusste ich jetzt hinterher.

00:07:05: Das wertet man dann aus und guckt sich das an und sagt, okay so funktioniert es nicht.

00:07:11: Was haben wir denn noch für möglichkeit?

00:07:14: Naja und das ist ja etwas, das kenne ich von der Bühne.

00:07:17: also wenn wir ja vorher wüssten welcher Text funktioniert, dann würden wir nur solche Texte schreiben.

00:07:24: aber natürlich produzierst du unweigerlich Texte und ich sag mal von den hundert Prozent die du geschrieben hast nimmst du vielleicht am Ende fünf, fünf Prozent.

00:07:35: Ja, das klingt jetzt danach nach total viel Ausschuss.

00:07:40: Da ist aber auch der Satz wieder... Der Weg ist das Ziel!

00:07:43: Aber wertloschreibend fließen Gedanken und dann kann man so einen Gedanken nochmal verändern, da kann man noch mal gucken.

00:07:51: Das Spannende daran ist allerdings du gehst dann irgendwann auf die Bühne Und denkst okay, diese fünf Prozent die sind es jetzt und stellts dann fest dass die ursprüngliche Version die du eigentlich schon den Papierkopf geschmissen hast nochmal rausholen solltest weil die dann doch irgendwie besser funktionieren.

00:08:07: So aber das gehört dazu, dass ist halt die Erfahrung und ohne das geht's ja gar nicht.

00:08:13: Ohne das gehts nicht.

00:08:15: Ja im Handwerk natürlich man möchte wenn Fliesen gelegt werden oder so man möchte das möglichst wenig Verschnitt dabei raus kommt effizient sein möchte, ressourcen schon sein möchte.

00:08:27: Ja aber es geht ja nicht so ganz daraus.

00:08:29: also Fehler dürfen kein Tabu sein sondern sie sind ein ganz normaler Bestandteil des Tunes.

00:08:37: wer keine Fehler macht hat vermutlich sonst auch noch nicht großartig was ausprobiert?

00:08:42: Ja ich meine das ist natürlich so.

00:08:45: man kann das emotional natürlich auch verstehen.

00:08:47: ich meine Fehler sind jetzt nicht auch per se erstmal besonders sexy und schön Wenn ich mich auf irgendwelche Experimente erinnere, natürlich macht man dann Experiment mit der Hoffnung das funktioniert.

00:09:00: Also das ist ja... Und es fliegt

00:09:02: nicht in die Luft?

00:09:03: Genau!

00:09:03: Es fliege nicht in den Luft!

00:09:06: Das macht da schon was und denkt okay so dass ist jetzt man macht ja etwas mit Überzeugung Und das fühlt sich natürlich erst mal nicht gut an, wenn man merkt dann ach so.

00:09:17: Ja du warst überzeugt aber das Ergebnis sagt dir ne?

00:09:22: Deine Überzeugung die musst du noch mal überarbeiten da musst du nochmal dran feiern und muss auch mal gucken.

00:09:28: So geht es eben nicht.

00:09:29: Das heißt ist es nicht unbedingt erstmal schön.

00:09:32: und das bedeutet ja nicht dass man sag ich mal Wenn man jetzt darüber dann mal genervt ist oder was mal wütend ist.

00:09:37: und soweit das bedeutet hier nicht dass wir das erstmal jetzt alles unterdrücken Muss oder so mit dem heiter scheitern also aus dem aus dem im pro ja Sondern dass man eben einmal gucken kann okay.

00:09:49: Ja gut, das bin ich.

00:09:51: jetzt bin Ich gerade wird nicht merke bin grade sauer gebe ich der jetzt noch mehr öl ins feuer.

00:09:58: Also will ich das jetzt hier unbedingt irgendwie zelebrieren.

00:10:01: möchte ich jetzt irgendwie die welt anschreien wie ungerecht sie ist oder so oder denke ich ok Ich merke, ich bin gerade wütend oder so.

00:10:09: Das gefällt mir nicht aber... ...ich wette das Ganze jetzt auch nicht zusätzlich einfach.

00:10:17: Ja, das ist das Konzept des Heiter Scheiterns kann man ja auch beim nächsten Mal anwenden.

00:10:22: wenn man wieder irgendein Ikea-Regal zusammen baut.

00:10:27: Und ein paar Schrauben fehlen!

00:10:29: Ja, wo du übrig sind und man nachher sagt, okay, warum legen wir den da?

00:10:33: Wo müssen

00:10:33: die denn hin?

00:10:34: Genau!

00:10:40: Also man kann dadurch auch ein Konzept draus machen.

00:10:43: Im Impro ist das so, das hast du ja schon erwähnt.

00:10:46: Da gibt es eben gerade bei Übungsgeschichten immer diesen Ruf noch mal!

00:10:52: Du stehst eine Szene die geläuft völlig vor die Wand und dann rufen alle und das Publikum nochmal und dann probierst du's nochmal auf andere Art und Weise.

00:11:03: Ja, das heißt hier ist eben auch dieses Schaltern.

00:11:07: Du merkst die Szene ist tot sie funktioniert überhaupt nicht.

00:11:10: ok probieren wir es nochmal in anderer Art und Weise.

00:11:14: ja um das ist ja auch spannend bei so einem Improtheater für die Zuschauerinnen und Zuschauer einfach mal zu gucken wie so Wege entstehen und dass was ich eben meinte es ist immer der Weg und ich glaube wir brauchen ein anderes Verständnis von Fehlern.

00:11:30: Also Fehler sind ja, also ich glaube wir verbinden das immer mit so einem Urteil über uns.

00:11:34: Oh Gott, das haben wir in Schiller gemacht?

00:11:36: Ja!

00:11:36: Aber dieser Fehler führt doch dazu dass wir wissen wie wir es richtig machen können.

00:11:41: Ich glaub' das muss man mal ein bisschen weniger dramatisieren, ein bisschen wenig Emotionalität da reinlegen soll und wirklich sagen, komm lass uns doch mal gucken was wir damit machen können.

00:11:52: Ja und du weißt eben dann sehr präzise was nicht funktioniert.

00:11:57: Und das ist ein sehr wertvoller Hinweis, weil das spart ja auch zukünftige Ressourcen.

00:12:03: also ne?

00:12:05: Du weißt irgendwie so!

00:12:06: Also so sollte ich das jetzt nicht machen.

00:12:10: Genau.

00:12:11: Ich sollte jetzt nicht... Die neue Lampe, die neue Lamppe irgendwie mit Strom anbringen.

00:12:18: Wenn die Sicherung noch drin ist oder so

00:12:21: was?

00:12:23: Ja!

00:12:24: Also gut, es ist jetzt ein sehr drastisches Beispiel oder so.

00:12:28: ja aber ich sollte auch bei kleineren Sachen also dass ich da weiß okay ohne Geld einkaufen und ohne Kreditkarte ist jetzt schlecht.

00:12:40: Ich habe kein Geld, merk' ich.

00:12:43: Ja, nur durch Singen alleine kann ich wahrscheinlich die Ware nicht bekommen und das Ganze begleichen.

00:12:52: Kommst du an der Self-Scannerkasse nicht weiter?

00:12:58: Ich glaube dass Konzept des Heiter Scheiterns hat natürlich auch Grenzen.

00:13:02: also ich denke jetzt mal so einen Herzschirrogen oder so.

00:13:05: ja da wünsche ich mir natürlich schon dass er vorher schon ein paar Mal irgendwo geübt hat Geübt und nicht am OP-T steht.

00:13:20: Ich habe die falsche Arterie abgeklemmt, oder?

00:13:24: Das ist nochmal eine Arteria!

00:13:26: Was war das noch?

00:13:27: Warum spulen Sie so?

00:13:29: Ach,

00:13:33: was ist die Leber und ich das Herz?

00:13:35: Genau.

00:13:36: Dann könntest du mir das gesagt haben...

00:13:41: Anatomie erst die Stunde her.

00:13:44: Man sollte schon Wissen mitbringen, das ist hilfreich und natürlich auch wie du gesagt es geübt haben.

00:13:51: Ich meine, das ist ja jetzt bei Piloten auch nicht anders.

00:13:54: Wofür gibt es so Flugsimulatoren und so weiter?

00:13:58: Das ist schon gut wenn man versucht Fehler natürlich zu minimieren also jetzt auch als Pilot.

00:14:06: Und es ist auch gut wenn zwei da vorne sitzen weil das hilft eben auch Fehler zu minimiern.

00:14:14: Dass man auch sagt, okay wenn ich in Köln landen will dann bin ich nicht versehenlich ein Düsseler runtergekommen.

00:14:21: Das ist definitiv zu vermeiden.

00:14:25: Ja ja und es gibt allerdings aus diesem Bereich das Heiter Scheiterns gibt es eine wunderschöne Bewegung die kommt ursprünglich aus Mexiko.

00:14:34: da werden seit seit zwei tausend um zwölf Veranstaltungen veranstalte der tolle Wartführung.

00:14:43: So genannte Fuck Up Nights!

00:14:47: Also das heißt, dass sind Menschen und Unternehmer Gründer die ganz offen humorvoll und auch umgezogen von ihren beruflichen Fehlschlägen pleiten und Fehlentschadungen berichten.

00:15:02: Das heißt also man trifft sich ist es unterhaltsam und man berichtet was man gemacht hat.

00:15:09: Und in dem Moment, wo man ja über etwas lachen kann, passieren jetzt zwei Dinge.

00:15:13: Erstens mal lässt man die anderen an seinem Wissenteil haben.

00:15:17: Man sagt dir nicht du mach das unbedingt so oder so, sondern indem man gemeinsam drüber lacht erkläre ich was und es nimmt den Anderen... Das ist zweitens eben auch die Schwere.

00:15:28: In dem Moment wo du darüber lachen kannst, kann der andere sich überlegen okay würde ich diesen Fehler jetzt aufmachen?

00:15:34: Würde ich jetzt genauso machen?

00:15:36: Also ich glaube, es muss einfach mal so ein bisschen entstigmatisiert werden.

00:15:41: So und da trifft man sich und ich finde das super!

00:15:45: Es kommt halt die andere Emotionen jetzt spielen.

00:15:47: also wenn du dich vorher geärgert hast und so, also sobald du drüber lachen kannst ist der Ärger eben halt weg und dann kannst du eben auch dahin gehen und viel leichter sagen okay jetzt gucke ich mal Und was ich für eine Information aus diesem Scheitern, aus diesem Fehlversuch denn herausziehe.

00:16:08: Ja?

00:16:08: Also wenn du natürlich total in der negativen Emotion bist und ein bisschen der Wut, ein bisschen dem... In den Grummeln und im Ärger dann siehst Du ja auch erstmal gar nicht okay Was kann Dir das denn jetzt tatsächlich bringen?

00:16:21: also was kannst Du denn eben vielleicht noch an positiven Nuggets herausziehen aus dem was schief gelaufen

00:16:28: ist?

00:16:29: Ja genau!

00:16:30: Und daraus entsteht natürlich dann auch eine sehr lebendige, sich bewegende Kultur unternehmen.

00:16:38: Ich finde das super und dass man nicht immer nur erfolgefeiert sondern auch gemeinsam über Fehler lacht.

00:16:43: Wichtig ist aber auch, dass man niemanden in den Mittelpunkt oder an den Pranger stellt und über den lacht!

00:16:51: Wir haben auf das komplett falsche Auto-Modell gesetzt ja so...

00:16:55: Ja, es ist jetzt nicht gemeint, dass man hier den einen Kollegen als Oberdödel da hinstellt und sagt mal was der jetzt wieder falsch gemacht hat.

00:17:05: Jetzt lachen wir alle mal schöne Runde über den.

00:17:07: Nee das ist anders gemeint.

00:17:10: Früher

00:17:10: hält er Arbeit heute Oberdödel der Woche!

00:17:12: Ja,

00:17:17: wir kürden den Loser der Woche.

00:17:21: Wir haben ja auch schon gesprochen in einer vorangegangenen Folge da ging es so ein bisschen um das Post-Holiday-Syndrom nach dem Urlaub und so.

00:17:30: Manchmal nimmt man sich im Urlaub total viel vor.

00:17:34: Wenn wir zurückkommen dann mache ich dieses mal jedes Jahr und dann holt uns der Alltag manchmal ein und dass man darüber auch erzählt mit einem Gefühl des heiteren Gestalterseins Das nimmt dem Ganzen auch die Schwere.

00:17:47: Und wenn du das anderen auch erzählst, das macht dann auch wieder nahbar weil den geht's möglicherweise ganz genau so.

00:17:54: Dass man sich auch mal gegenseitig berichtet im Büro unter Kollegen.

00:18:00: Da haben wir vorgenommen... Ja

00:18:04: es blieb

00:18:06: beim Vorsatz!

00:18:10: Die wäre das Geldband, ja.

00:18:11: Also dass man hier seine To-Do-Liste und manche haben auch eine elendlange Bucketlist oder sowas was die da irgendwie alles noch unbedingt erreichen wollen bevor sie ins Grab steigen und so.

00:18:26: damit kann man sich übrigens auch Stress machen.

00:18:29: also ich meine man kann sich... Was manche oder das muss ich schon irgendwie mit mit frühen Jahren da irgendwie so ne Liste schreibt.

00:18:42: Ja, ich weiß gar nicht ob solche Listen wirklich so effektiv sind wie man immer denkt.

00:18:50: Also die Dinge, die ich wirklich machen will, die habe ich sowieso mal im Kopf.

00:18:53: Die bewegen sich eh irgendwo da oben im Gehirnskästen.

00:18:57: Ich glaube wir lieben es einfach so, Dinge abzuhaken.

00:19:00: Da sind wir wieder sehr perfekt drin.

00:19:01: Wieder was abhagen und wieder einen Punkt erschreichen können.

00:19:05: Ja und diese, würde ich sagen schon wahrscheinlich zelebrierte Vorfreude die dann eben auch schon so ein bisschen Dopamin ausschütten kann.

00:19:16: Also du stellst dir das dann schon vor Ich möchte den everwest besteigen oder sowas.

00:19:22: ja also das ist jetzt hier auf meiner meine bucket list und dann schreibe ich das eben da drauf und dann stelle ich mir das vielleicht schon so bisschen vor wie das wird.

00:19:30: Und manchmal kann natürlich auch zur Motivation dienen und dann sagt nachher kannst du dann Haken dran machen und so.

00:19:38: aber Für viele ist es eben schon einfach daran zu denken und das eben schon auf die Liste zu schreiben.

00:19:46: Ist schon was, wo man ja auch Energie rausziehen kann.

00:19:50: Wir wissen ja Vorfreude ist die schönste Freude wie der Volksmund sagt.

00:19:57: Und das erzeugt halt diesen Appetit dieses haben wollen und das mag unser Gehirn.

00:20:05: Das findet das ja sexy.

00:20:07: Ja absolut!

00:20:09: Ja, aber ich würde schon wieder daran scheitern die Liste zu führen.

00:20:11: Also das ist wieder wohl alles!

00:20:14: Ich bin auch kein Freund von Listen also... ...ich bin auch keinen Freund von Einkaufs-Listen muss ich feststellen und so.

00:20:20: Also da ist mir irgendwie alles immer... ...Ich denke in der Zeit kann dich irgendwas Schönes anders machen

00:20:26: als das.

00:20:28: Ja, also einmal möchte ich mich ja während des Einkaufens ein Stück weit inspirieren lassen.

00:20:33: Das führt

00:20:34: natürlich regelmäßig zur spontanen Impulsgeäufe ne?

00:20:39: Aber was nützt mir der gute Radschlag?

00:20:41: Nimm doch einen Einkaufssättel mit, wenn der Zettel dann zu Hause in der Küche liegt.

00:20:46: Wenn ich dann mal rewischstehe... Ach, okay!

00:20:50: Schön geschrieben, liegt zuhause.

00:20:51: Was stand da noch einmal drauf?

00:20:53: Genau.

00:20:54: Ja und dann beginnt das große Raten.

00:20:57: Ich meine es gibt natürlich den Hinweis dass man nicht unbedingt ganz hungrig einkaufen gehen soll.

00:21:04: Ja, ja!

00:21:05: Wenn man den Einkaufswagen dann besonders vollpackt oder so, aber ich finde dieses Inspirieren lassen einfach mal ein bisschen durch die Gänge zu schleichen und mal zu gucken, ach guck mal da gibt's ja was Neues, das hab' ich bis dahin noch gar nicht gesehen, wir wissen ja auch dass die... Supermärkte gerne umräumen, also von daher hat man das aber so immer mal wieder.

00:21:23: Ja.

00:21:24: Du greibst dahin wo bislang dein Joghurt stand und du siehst ne jetzt stehen da Erbsen oder sowas?

00:21:30: Das kennt man natürlich auch.

00:21:38: ja!

00:21:38: Ja, ja, ja... Also natürlich nicht hungrig einkaufen gehen, klar.

00:21:42: Ich glaube auf dem Grund gibt es ja auch direkt vorne am Eingang von vielen supermärkten im Bäcker.

00:21:49: Bei uns ist es sogar ein Dönerladen, das ist verhängnisvoll.

00:21:52: Ein Dönersland im Supermarkt?

00:21:54: Ja also am Eingang vom Supermarkt.

00:21:56: Da gibt's Oliven und Pasten und dann noch mal auf Dönen.

00:22:03: Okay ja ich weiß nicht warum du so gerne einkaufen gehst.

00:22:07: Und an Döna scheitere ich heurigemäßig.

00:22:12: Döne macht Schöner genau!

00:22:16: I love it.

00:22:19: Also Fehler, was Fehler natürlich auch noch fördern können ist Resilienz.

00:22:25: Ja also wenn ich weiß...

00:22:28: Ich

00:22:28: mache Fehler und ich kann mit Fehlern umgehen dann wächst natürlich auch so etwas wie Krisenkompetenz ja?

00:22:37: Also ich weiß es passieren Rückschläge aber die Rückschläge hauen mich jetzt nicht hier komplett um Sondern ich kann aus den Rückschlägen lernen.

00:22:47: Das bedeutet natürlich, dass man resälienter wird und mit Fehlern dann auch immer besser umgebt.

00:22:55: Ja ja und vielleicht auch mal so ein bisschen aus der Situation aussteigt, so ein bißchen auf die Meta-Ebene geht und sagt okay ne sich selbst dabei beobachtet in der Situation wie man in der situation ist.

00:23:09: Genau das ist glaube ich auch nochmal ein guter ein gutermove und sich selber noch einmal dabei zuzusehen, wie einem die Dinge gelingen oder eben nicht gelingen.

00:23:19: Noch nicht gelehrt.

00:23:21: Ja genau noch nicht gelinge!

00:23:24: Es ist ja nur eine Frage das dranbleibendst wenn es einem wichtig ist und mal mit einer gewissen Varianz neu zu probieren.

00:23:36: Von daher brechen Fehler natürlich auf der einen Seite auch vielleicht so eine gewisse Arroganz, die vielleicht da ist oder so eine komplette Gläubigkeit.

00:23:49: Wenn man nur auf Erfolgswelle von Erfolkswelle sozusagen schwimmt und das Gefühl hat.

00:23:58: Durch Fehler kommt man ja auch mal ein bisschen wieder auf den Boden der Tatsache.

00:24:03: Also, dass er so scheitern ... Scheitern hat hier etwas mit Demut zu tun?

00:24:09: Okay!

00:24:10: Das war jetzt zu viel oder so funktioniert es eben nicht, da muss ich noch mal einen anderen Ansatz wählen.

00:24:16: Ja?

00:24:16: Also...

00:24:18: Ja das geht eigentlich immer darum die richtige Variante zu finden.

00:24:21: ja wenn du ein Song schreibst dann bastelt's wieder solange daran bis es genau in dem Punkt ist wo du es haben willst.

00:24:27: So das weißt du aber vorher nicht und das kannst du gleich an die IKI eingeben.

00:24:31: Die IKI versucht ja ziemlich gute befehlerfreie Songs zu produzieren.

00:24:35: So klingen sie aber auch.

00:24:41: Da fehlt mir irgendwie der ganze Prozess.

00:24:44: Und das bei Texten schreiben genauso, man ringt und das beste Wort, man rings um den besten Reim oder man guckt wie kann es genau an die Stelle passen?

00:24:54: Was wäre vielleicht noch besser?

00:24:57: Es wirft überhaupt nicht anders gehen.

00:24:59: Diese Vorstellung müssen wir einfach mal etablieren dass hier auch jede Menge Ausschuss produzieren, um das Gute zum Hochlands bringen zu können.

00:25:08: Das funktioniert nicht anders ja?

00:25:10: Natürlich hat man im Laufe der Jahre Erfahrung gesammelt und weiß welche Themen einem selbst liegen und man hat eine Ahnung davon was das Publikum haben will.

00:25:19: Dennoch ist auch da immer wieder es wird nie ohne Ausschuss gehen, nie!

00:25:24: Ja, das einzige was natürlich wirklich blöd ist wenn man den gleichen Fehler permanent wiederholt.

00:25:30: Ja

00:25:31: also das ist denn schon irgendwann Dumm halt.

00:25:37: Ja, ja!

00:25:38: Das ist aber das Thema.

00:25:39: Also wenn du aus dem Fehler was lernst... ...dann ist er gut?

00:25:46: Wenn es jetzt Fertigkeiten sind wo man es niemals an du versuchst einen Basketballkorb zu treffen.

00:25:51: So beim ersten Mal gelingt es nicht dann sagt der Trainer machs das mal ein bisschen anders Dann kommste im Kopf schon näher und du trist immer noch nicht Aber du warst vielleicht schon ein Stückchen näher dran.

00:26:00: Das heißt es braucht auch so'n bisschen das Gefühl dass man immer wieder durch Übung das auch trainiert.

00:26:09: Das wird auch nicht anders gehen.

00:26:11: Genau, dran bleiben und probieren, probieren... Und mal ein bisschen was ändern.

00:26:16: Da haben wir einen Schleifchen mehr, da haben wir beim Basketball irgendwie die Finger ein bisschen anders oder so den Winkel ein bisschen verändern vielleicht ein bisschen in die Zehenspitzen gehen, in die Knien federn wie schmitschend Schleicher.

00:26:33: Ach,

00:26:34: du kennst ihn noch!

00:26:35: Du kennst ihm auch nicht.

00:26:36: Natürlich kann man ihn noch.

00:26:38: Genau, also irgendwie sowas.

00:26:40: und dann merkt man auf einmal, ah ok jetzt habe ich den Dreh raus.

00:26:44: Also wenn ich das so mache, weiß ich zum Beispiel im sehr bewunderen bei dem Jugendlichen.

00:26:50: Ich hab ja hier am Rhein direkt diesen Skaterplatz beispielsweise.

00:26:56: Und da muss ich sagen... Da sind da viele Jugendliche, die das geäten.

00:27:02: Und mit welcher Behaarlichkeit... ...die immer wieder den gleichen Trick probieren?

00:27:09: Also das ist schon faszinierend!

00:27:11: Ich gucke mir das wirklich manchmal gerne an.

00:27:13: Die wiederholen, wiederhol'n, wiederholt', immer wiederhol'.

00:27:17: Immer wieder den gleiche Trick und der funktioniert nicht.

00:27:19: Aber die bleiben da dran.

00:27:22: Das ist fasziniert

00:27:24: Ja und genau das ist es.

00:27:26: Das heißt mit jeder Bewegung die du machst, lernst du's oder bekommst eine Ahnung davon wie du es besser machst?

00:27:31: Und es braucht sicherlich ne große Leidenschaft Begeisterung für ein Thema.

00:27:35: ja weil wenn du den nicht hast dann kannst auch nicht mit Fehler angehen.

00:27:39: also du brauchst schon ein bisschen Besessenheit.

00:27:41: so ne positive Beklopptheit ja wenn du Spaß hast so malen Falle mit Texten umzugehen Humor und Text diese Kombination sie so Zum Hochglanz zu bringen, dass das jetzt gut ist.

00:27:53: Jetzt sitzt es.

00:27:54: Aber das kannst du auch immer nur dann wieder erfahren wenn du auf eine Bühne gehst oder halt so wie die jungen Leute von denen gesagt hast, dass sie ins Skaterpark gehen.

00:28:03: Du kannst zu Hause sitzen, kannst dir überlegen wie fährst du mit dem Board?

00:28:07: Aber wie du's dann wirklich machst und wie sich anfühlt wirst du erst ein Skater Park wissen.

00:28:12: Und so ist es bei der Bühnen genau auch so.

00:28:14: Du wirst es erst wissen, wann du auf der Büne stehst und zwar nicht nur einmal dreimal viermal sondern Fünfzigmal vielleicht.

00:28:21: Musste

00:28:22: wiederholen,

00:28:23: immer wieder!

00:28:26: Ja damit sind wir auch für diese Woche wieder am Ende heiter scheitern.

00:28:32: das ging aber relativ smooth.

00:28:34: jetzt so.

00:28:36: ich glaube ab und zu haben wir irgendwie ein bisschen äh oder so mal gesagt.

00:28:42: das gehört ja auch zum podcast dazu

00:28:45: natürlich

00:28:47: Auf einmal sind wir in den Supermarkt abgepogen.

00:28:50: Ich weiß gar nicht, wie wir da hingekommen sind beispielsweise oder so.

00:28:54: Also der Podcast ist ja auch... Das ist ja nichts Geskriptetes hier sondern wir haben ein Thema und dann wagen wir uns da rein und können am Ende sagen Ja also wir haben das Thema schon mal gesprochen aber manchmal sind wir auch ganz woanders irgendwohin gekommen.

00:29:12: Und wir sind sehr dankbar dafür, dass ihr uns regelmäßig beim Scheitern begleitet und ... Genau.

00:29:20: Bei unserem wunderbaren Nix aus Scheittern und Gelingen!

00:29:23: So soll es sein?

00:29:28: Also ihr Lieben wie erhaltet ihr's mit dem Scheitarn?

00:29:31: ist das bei euch schon so, dass sie sagt ja gehört dazu.

00:29:35: Aus den Fehlern kann ich lernen.

00:29:36: oder seid ihr noch häufiger eher im Ärgermodus?

00:29:41: Vielleicht habt ihr heute davon was mitgenommen und sagt, okay ich kann euch auch mal andersrum probieren.

00:29:46: Ah so habe ich das bis dann noch gar nicht gesehen.

00:29:49: Dann hätten wir etwas Positives in die Welt gebracht und wären mit diesem Podcastthema zumindest nicht gescheitert.

00:30:00: Exakt, exakt.

00:30:03: In dem Sinne danke fürs dabei sein!

00:30:06: Ja

00:30:06: Wir hören uns nächste Woche.

00:30:08: Danke, dass ihr da seid!

00:30:09: Wenn ihr es noch mal hören wollt – Mittwoch Radio-Altstadtwelle, neunzehn Uhr bis dahin.

00:30:15: Tschüss!

00:30:23: Das war Phil zu Kamelle.

00:30:25: Lebenskunst auf reinische Art mit Alfinn

00:30:28: und Jörg Runge.

00:30:30: Hast du Lust auf ein weiteres

00:30:31: Kamelchen?

00:30:32: Dann abonniere den Podcast und höre dir direkt

00:30:34: die nächste

00:30:35: Folge an.

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